Coaching Ausbildung

Die Qualifizierung beinhaltet in zehn Bausteinen und zwei dozentengeführten Peergroup-Trainings die wichtigsten und effektivsten Schlüsselqualifikationen des Coachings.

Es ist auch möglich, nur den ersten Baustein als ‚Schnupperbaustein‘ zu buchen.

Die zehn Bausteine der Ausbildung

Baustein 1:
Beziehung Coach-Coachee. Anlässe für Coaching. Basisvariablen der Ressourcenaktivierung: Wahrnehmung, Fragetechniken, Interventionen. Grundlegende Theoriemodelle von CAS

Beziehung Coach-Coachee. Anlässe für Coaching. Basisvariablen der Ressourcenaktivierung: Wahrnehmung, Fragetechniken, Interventionen. Grundlegende Theoriemodelle von CAS

Der erste Baustein führt in das Themengebiet des Coachings und in die Tätigkeiten als Coach ein sowie in Theorie und Praxis des systemischen Denkens und der lösungsorientierten Beratung – eine Methodik und ein Frage-Arsenal, das sich für Coaching-Prozesse allgemein als äußerst effektiv erwiesen hat und seine Grundlage bildet.

Eine besonders wichtige Phase für den Coaching-Prozess ist der erste Kontakt zwischen Coach und Coachee und die Fähigkeit, angemessen eine professionelle Beziehung aufzubauen. Hier entscheidet sich schon früh, was später zum Erfolg oder Misserfolg des Coaching führt. Grundlegende Coachingbegriffe und -kompetenzen wie Rapport, Pacing und Leading werden erläutert und trainiert.

Daneben befassen wir uns mit der Frage, was ‚Coaching’ (nicht) bedeutet und wer aus welchem Grund ein professionelles Coaching aufsucht (Anlässe für Coaching). Zudem führen wir in die Denkmodelle und Coaching-Schulen ein, aus denen die ‚CAS-Interventionen’ stammen und mit denen im Verlauf der Ausbildung gearbeitet wird.

Wir widmen uns intensiv dem Hauptwerkzeug des Coachings – dem Fragenstellen – und vertiefen uns trainierend in fünf grundlegende Fragearten, üben uns in präziser Wahrnehmung (VAKOG) und Perspektivenwechsel (Dissoziieren – Assoziieren; Statusinterventionen). Mit einer Ressourcen aktivierenden Intervention schliessen wir den ersten Baustein ab (Moment of Excellence).

Baustein 2:
Einführung in die Transaktionsanalyse, Systemischer Fragenkomplex und Lösungorientierte Beratung

Einführung in die Transaktionsanalyse, Systemischer Fragenkomplex und Lösungorientierte Beratung

Die glingende Beziehung zwischen Coach und Coachee bildet die Grundlage für einen erfolgreichen Coachingprozess. Er wird in Baustein 2 erneut ausgeleuchtet, jetzt mit Hilfe des Modells der Transaktionsanalyse (TA). Folgende Fragen sind dabei leitend:
– Wie gestaltet man die Beziehung zwischen dem Coach und dem Coachee vor dem Hintergrund der TA? – Wie kann der Coach den Coachee unterstützen, sich je nach Situation und Kontext besser selber zu steuern, um mehr Wahlfreiheit im Handeln zu bekommen?

Dabei rückt die eigene Persönlichkeit des Coach in den Blickpunkt: – Wer bin ich als Coach? – Welche Voraussetzungen bringe ich dafür mit? – Worin muss ich mich weiter entwickeln? Hinzu kommt die Kenntnis der TA-Methode als eine von mehreren Möglichkeiten zur Selbststeuerung des Coachs wie auch des Coachees sowie der Nutzen von gezieltem Rollenwechsel.

Systemisches Fragen wird am zweiten Tag eingeführt. Es bildet das Fundament für die Haltung des Coaches und ist ein zentrales Instrument für die Gesprächsführung. Unterschiedliche Fragearten und Methoden wie Zirkuläres Fragen, Hypothetische Fragen, Skallierungsfragen, Verbesserungs- und Verschlimmerungsfragen werden eingeführt und eingeübt.

In der Einheit Lösungsorientierte Beratung werden Systemische Fragen praktisch angewendet – nach den Prinzipien der Lösungsorientierten Kurzzeitberatung von Steve de Shazer. Hier führen die angehenden Coaches zum ersten mal eine komplettes Coaching-Gespräch durch.

Baustein 3:
Handlungswirksame Zielearbeit. Bilder- und Metaphernarbeit. Visualisierungsstrategien. Embodiment.

Handlungswirksame Zielearbeit. Bilder- und Metaphernarbeit. Visualisierungsstrategien. Embodiment.

Sprache ist eines unserer wichtigen Coaching-Instrumente, mit dem wir den gedanklichen Reflexionsprozess des Coachees in Gang halten. Sprache hat aber auch Grenzen – die sich über Bilder- und Metaphern erweitern lassen. Durch gezielte Bilderarbeit kann der Coach den Coachee dabei unterstützen, dessen assoziatives Gedächtnis als hilfreiche zusätzliche Ressource zu nutzen.

Coaching ist ein professioneller ziel- und ressourcenorientierter Prozess. Im dritten Baustein lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bedeutung von Zielen für die Coaching-Arbeit kennen. Unterschiedliche Zielklärungs-Werkzeuge werden vorgestellt und auf ihre Möglichkeiten hin reflektiert.

Bei der Arbeit mit dem Zürcher Ressourcen-Modell ZRM® lernen die Kursteilnehmer die bewusste und unbewusste Wirkung von Bildern für die persönliche und die professionelle Ziele-Arbeit kennen. Sie erkunden die somatischen Marker und lernen, das Wechselspiel zwischen Körper und Sprache für den Coaching-Prozess zu nutzen.

Darüber hinaus werden die Teilnehmer in den Umgang mit Metaphern eingeführt – und deren Wechselwirkung zwischen Visualisierung und Denken. Die Intervention ‚Ressourcen-Timeline’ schließt den Baustein ab.

Baustein 4:
Konfliktcoaching. Ursachen und Kennzeichen von Konflikten. Eskalationsprozesse. Eigene Verstrickung. Konfliktklärung.

Konfliktcoaching. Ursachen und Kennzeichen von Konflikten. Eskalationsprozesse. Eigene Verstrickung. Konfliktklärung.

Konflikte gehören zu den Themen, mit denen jeder Coach es zu tun bekommt. Wir beschäftigen uns im vierten Baustein mit der Entstehung und der Eskalation von Konflikten, mit ihren positiven und negativen Wirkungen und mit verschiedenen methodischen Möglichkeiten, im Coaching ressourcenorientiert Konflikte zu betrachten und die Klienten wirksam bei der Klärung von Konflikten zu unterstützen.

Zusätzlich reflektieren wir eigene Konfliktmuster und –tendenzen, um Verstrickungen im Konfliktcoaching entgegenzuwirken.

Baustein 5:
Positive Psychologie. Persönlichkeitsmodelle. Beziehung Coach – Coachee. Coachingverläufe. Coachingprobleme. Inneres Team.

Positive Psychologie. Persönlichkeitsmodelle. Beziehung Coach – Coachee. Coachingverläufe. Coachingprobleme. Inneres Team.

Positive Psychologie beschäftigt sich mit der optimalen Entwicklung von Personen und Gruppen. Der Fokus wird auf Themen wie Glück, Gesundheit und Sinnhaftigkeit gelegt, alles Themen, die im Coaching eine wichtige Rolle spielen können.

Jeder Coaching-Prozess ist einzigartig und unterschiedet sich grundlegend von anderen Prozessen. Und trotzdem gibt einige grundsätzliche Verlaufsformen, die wir im fünften Baustein anschauen. Wir sehen, welche typischen Coachingverläufe es gibt und inwiefern sie sich voneinander unterscheiden – und wie man sie beeinflussen kann. Denn obwohl jedes Coaching-Gespräch einmalig ist, lassen sich auch typische Probleme identifizieren.

Wir führen in die Metapher des „Inneren Teams” ein. Speziell für Coaching-Gespräche gedacht ist die Anwendung: „Mein inneres Beratungsteam“. Wir erkunden, wie es aussieht und wie man es verbessern kann, wie die ideale Zusammensetzung des Inneren Teams aussieht, und wie die „inneren Teammitglieder (inneren Stimmen)“ den Coachee am effektivsten unterstützen können, um seine Entwicklungen zu fördern.

Baustein 6:
Gesundheitscoaching. Stressbewältigung. Salutogenese/ Burnout. Akquise/Marketing.

Gesundheitscoaching. Stressbewältigung. Salutogenese/ Burnout. Akquise/Marketing.

Da die Arbeit mit Belastungssituationen zu den Tätigkeiten eines Coach gehört, steht im Mittelpunkt des sechsten Bausteins das Gesundheitscoaching mit den Schwerpunktthemen Stressbewältigung und Burnoutvermeidung. Hintergrund sind die Strategien der Salutogenese und Resilienz.

Ein halber Tag ist dann der Frage gewidmet: Wie positioniere ich mich als zukünftiger Coach auf dem Markt – oder Inhouse? Ein Fachmann stellt die neuesten Marketingstrategien vor.

Baustein 7:
Mentalcoaching mit Neurolinguistischem Programmieren NLP – Arbeit mit Symbolen. Dynamik im inneren System. Veränderungsprozesse.

Mentalcoaching mit Neurolinguistischem Programmieren NLP – Arbeit mit Symbolen. Dynamik im inneren System. Veränderungsprozesse.

Umgang mit schwierigen Gefühlen
Manchmal triggern Ereignisse im Außen unangenehme Gefühle in uns an. In der neuen Generation NLP geht es nicht darum, diese wegzuwischen, sondern diese Gefühle als sinnvoll anzuerkennen, willkommen zu heißen und aus einer Zentriertheit heraus zu betrachten. Dies führt dazu, dass man selbst in schwierigen Situationen Gelassenheit oder gar Höchstleistungen abrufen kann.

Umgang mit mentalen Prozessen
Wie wir innerlich Dinge visuell, auditiv und kinästhetisch repräsentieren (= denken), ist den meisten nicht bewusst. Es hat jedoch einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gefühle und unser Verhalten. Ob wir z.B. an eine anstehende Aufgabe farbig, bewegt und hell denken oder im Gegensatz dazu grau, klein und unbewegt, hat einen Einfluss auf unsere Motivation. Die Fähigkeit, mentale Prozesse in ihrer Struktur verändern zu können, führt zu mehr Selbstbestimmung.

Arbeit mit Symbolen
Wir stellen verschiedene Methoden vor, die dem Klienten helfen, seine inneren Anteile und sein innere Erleben zu veranschaulichen und sichtbar zu machen. Der Coach unterstützt den Coachee dabei, sich von seinem Problem zu distanzieren, indem er eine Außenwahrnehmung entwickelt, um so eine Neubewertung der problematischen Situation zu bekommen und damit neue Lösungsmöglichkeiten zu erkennen. Die Arbeit mit Symbolen ist dabei Dreh- und Angelpunkt. Sie bietet eine Reihe nützlicher Coaching-Fertigkeiten, die den Klienten befähigen, das System, in dem er sich befindet, leichter zu erkennen und zu beeinflussen.

Baustein 8:
Teamcoaching. Team und Teamentwicklung. Auftragsklärung in Teams. Teamcoaching-Prozess. Teamcoaching-Methoden. Moderation.

Teamcoaching. Team und Teamentwicklung. Auftragsklärung in Teams. Teamcoaching-Prozess. Teamcoaching-Methoden. Moderation.

Stand bislang die Zweier-Interaktion zwischen Coach und Coachee im Fokus der Ausbildungsbausteine, so erweitert sich der Anwendungsrahmen im achten Baustein auf Gruppen und Teams. Nicht nur die Inhalte, auch die Vorgehensweisen des Coachs ändern und erweitern sich im Vergleich zum Einzelcoaching.

So ist die Kommunikation im Coaching-Prozess mit Teams zwangläufig anders als in Zweiersituationen, ebenso wie der (organisationale) Kontext, in dem das Coaching stattfindet. Wir beschäftigen uns mit diesen Unterschieden, üben den Umgang damit und lernen Methoden für gelingendes Teamcoaching kennen.

Baustein 9:
Systemcoaching. Systemisches Aufstellen. Tetralemma. Strategieentwicklung.

Systemcoaching. Systemisches Aufstellen. Tetralemma. Strategieentwicklung.

Neben dem simplen Ursache-Wirkungs-Denken, das sich an getrennten Einzelproblemen orientiert, brauchen wir als Systemische Coaches ein verstärktes Denken in Mustern und dynamischen Strukturen, um Menschen und ihre Verhaltensweisen in komplexen Systemen zu verstehen. Daher befasst sich der neunte Baustein mit den Logiken unterschiedlicher Systeme und mit der Frage, wie man sie beeinflussen kann. Denn komplexe Systeme sind offen für Informationen und deshalb nicht grundsätzlich stabil. Sie entwickeln sich in einem fortlaufenden Prozess.

Deshalb liegt der Fokus nicht auf Wirkungsketten, sondern auf Wirkungsnetzen. Sind die entsprechenden Netzwerke einmal aufgezeichnet, gilt es, die Wirkungsbeziehungen zu analysieren und zu interpretieren, denn jede Veränderung, die wir durch eine Handlung auslösen, gibt im System eine gewisse Rückkopplung. Verschiedene Ansätze systemischer Aufstellungen werden vorgestellt und praktisch geübt, z.B. die Problemaufstellung und das Tetralemma (nach Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibed).

Baustein 10:
Sparring-Partnerschaft. Mentorenmodell. Rückschau Methoden. Abschluss und Zertifikatsübergabe.

Sparring-Partnerschaft. Mentorenmodell. Rückschau Methoden. Abschluss und Zertifikatsübergabe.

Nicht nur für den Coachee, auch für den Coach stellt jedes Coaching-Gespräch und die gesamte Coaching-Tätigkeit einen Entwicklung- und Veränderungsprozess dar. Aus dieser Perspektive heraus reflektieren wir im letzten Baustein die Ausbildung, deren Inhalte und die eigenen Stärken- und Schwächenprofile.

„Jeder Fall ist anders“ ist ein Schwerpunkt dieses Bausteins, außerdem der Umgang mit der eigenen Kreativität und Blockaden, die sich einstellen können. Ressourcenarbeit und Supervisionstechniken helfen, die individuelle Beratungspraxis zu verfeinern und zu verbessern, um auf dem momentanen Kenntnis- und Fertigkeitsstand nicht stehen zu bleiben. Der Coach analysiert seinen individuellen Lernweg, seine persönlichen Stilmerkmale und deren Bedeutung für seine Coaching-Zukunft.

Weitere Ressourcen-Tools reichern die Reflexionsarbeit an und helfen, die individuelle Beratungspraxis zu verfeinern und zu verbessern, um auf dem momentanen Kenntnis – und Fertigkeitsstand nicht stehen zu bleiben. Mit diesem Bewusstsein verabschieden wir uns voneinander.